| Eine mehr als 25-jährige Pionierarbeit von LehrerInnen, KomponistInnen und HochschullehrerInnen hat dazu geführt, dass neue Musik an vielen Schulen und Musikschulen des Landes kein Fremdwort mehr ist. Großartige Initiativen – stellvertretend sei „Response“ genannt –, aber auch die von Veranstaltern ausgehenden Fortbildungen – etwa die Lehrerfortbildung am Rande der Donaueschinger Musiktage oder die schulpädagogische Initiative im Rahmen der Wittener Tage für zeitgenössische Kammermusik – haben ihren Anteil an diesem Erfolg. Dennoch kann sich die anspruchsvolle neue Musik angesichts einer noch immer defizitären Ausbildungssituation an unseren Hochschulen und in den staatlichen Seminaren einerseits und der zunehmenden Penetration durch die musikalische Popkultur andererseits im Bildungsprozess nur schwerlich behaupten.
An vielen Schulen und Musikschulen arbeiten LehrerInnen und InstrumentalpädagogInnen zwar in ihrem Unterricht und in freiwilligen Arbeitsgruppen mit SchülerInnen und führen sie in kreativer Auseinandersetzung an anspruchsvolle Kunstformen der Gegenwart heran – eine Arbeit, die SchülerInnen nicht nur neue Wahrnehmungswelten eröffnet, sondern auch Offenheit und Toleranz gegenüber Unbekanntem fördert. Doch haben diese LehrerInnen als EinzelkämpferInnen oftmals einen schweren Stand. Sie und die zahlreichen bestehenden Initiativen und Konzepte sind untereinander kaum vernetzt, ja oft genug wissen sie nicht einmal voneinander.
Um diesen Mängeln abzuhelfen, hat das Musikpädagogische Zentrum Mainz e. V. vor nunmehr zwei Jahren ein Netzwerk „SchülerInnen machen neue Musik“ initiiert, das nicht nur die Begegnung von SchülerInnen mit neuer Musik erleichtern, sondern vor allem den Austausch zwischen MusiklehrerInnen, InstrumentalpädagogInnen, ihren SchülerInnen sowie KomponistInnen, InterpretInnen und Veranstaltern ermöglichen und konkrete Hilfen für die Unterrichtsarbeit mit neuer Musik anbieten will. |