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Für das Projekt wurden 12 SchülerInnen eines Leistungskurses Musik des Max-Klinger-Gymnasiums Leipzig mit ihrem Musiklehrer Michael Haffner ausgewählt. Betreut wurden sie durch den Komponisten Steffen Reinhold.
Die Schülerinnen und Schüler beschreiben den Prozess so: "Als wir im September 2004 das Kompositionsprojekt gemeinsam mit Steffen Reinhold in Angriff nahmen, wussten wir noch nicht, auf welchen steinigen, aber auch interessanten und schönen Weg wir uns einlassen würden. Jetzt, im Januar 2006, haben wir eine Vorstellung von den Schwierigkeiten des Komponierens bekommen und gleichzeitig eine Menge gelernt.Zunächst mussten wir uns selbst einen Überblick über zeitgenössische Musik und deren Kompositionstechniken verschaffen. In Gesprächen versuchten wir, uns an Musikauffassungen heran zu tasten, die jenseits moderner, populärer Musik, aber auch jenseits der Klassik liegen. Vor allem Improvisationen mit Stimme und Instrumenten eröffneten uns neue Horizonte und machte uns die Bandbreite dessen klar, was man unter Musik fassen kann.Ein weiteres Problem war für uns das Finden einer Grundstruktur und darin eingeschlossener Formabläufe. Hier ließen wir uns durch improvisatorisches Malen und Zeichnen inspirieren.
Dann erst konnte das beginnen, was man eigentlich als Komponieren bezeichnet. Aber auch hier merkten wir bald, dass es nicht so einfach ist, ein leeres Notenblatt zu füllen. So mancher geniale Einfall hatte bei genauem Hinsehen zu wenig Substanz. Klänge und spieltechnische Möglichkeiten von Instrumenten mussten ergründet werden, nicht zu sprechen vom Versuch, den Gesamtklang im Voraus zu hören und bewusst zu gestalten. Zuletzt musste ein Titel gefunden werden, der unsere Intentionen widerspiegelt und auch für Außenstehende verständlich ist. Allmählich begriffen wir, dass man sich eine Komposition hart erarbeiten muss.
Trotzdem entstand nach und nach aus mehreren kleinen Kristallisationskeimen ein Musikstück, vor dem wir heute selbst etwas staunend stehen.“
Das Stück mit dem Titel „aquavicula“ (aqua = das Wasser, avicula = der Schmetterling) beschreibt die Metamorphose des Wassers vom gasförmigen über den flüssigen zum festen Zustand und wieder zurück, wobei dieser Vorgang ganz allgemein als Synonym für ständige Veränderungen und wechselnden Zustände im Leben verstanden werden kann.
Die Uraufführung fand am 23. Januar 2006 beim Schülerkonzert im Leipziger Gewandhaus und im öffentlichen Konzert in der Leipziger Sattbibliothek statt. Die musikalische Leitung hatte Gunnar Harms. Die SchülerInnen moderierten die Konzerte selbst, sprachen dabei über ihre Intentionen, über kompositorisches Material, über Strukturen und stellten auch einzelne Abschnitte genauer vor. Die Konzerte waren sehr erfolgreich und wurden auch von Presse (LVZ) und Rundfunk (MDR-Figaro) begleitet. Aufgrund der guten Erfahrungen soll das Projekt in diesem Jahr in eine neue Runde gehen.
Gefördert wurde das Projekt durch: Sächsischer Musikbund e.V. Mendelssohn-Kammerorchester e.V. Kulturamt der Stadt Leipzig
aquavicula für Kammerorchester (Holzbläserquintett, Streichquintett, Schlagzeug)komponiert von Schülerinnen und Schülern des Max-Klinger-Gymnasiums Leipzig2005
Komposition: Maik Klotzsch, Sabine Krüger, Ina Zinke, Ursula Brückner, Sabine Gorny, Christian Kempiak, Ines Baumeister, Susanne Friedrich, Susanne Hoffmann,Judith Scharf, Maria Schubert, Peter Seifferth betreut durch Michael Haffner und Steffen Reinhold
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